Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Antidiskriminierung

Das Wissen um individuelle Rechte und Handlungs- bzw. Unterstützungsmöglichkeiten ist in der Bevölkerung noch immer gering. Diskriminierung wird oftmals als eine individuelle moralische Verfehlung verstanden und die Thematisierung von Diskriminierung als Angriff gewertet. Auch fehlt in der Öffentlichkeit noch immer ein Verständnis für institutionelle und indirekte Formen von Diskriminierung. Eine gelebte Antidiskriminierungskultur ist eine Frage der Haltung: Offenheit, Perspektivwechsel, Selbstreflexion und Verantwortungsübernahme sind dabei wichtige Stichworte.

  1. Werden Sie eine Kampagne oder vergleichbare Formen der öffentlichkeitswirksamen Kommunikation zu den Themen Diskriminierung, Diskriminierungsschutz und Teilhabe umsetzen?
  2. Was werden deren zentrale Eckpunkte sein?

Die CDU hat auf unsere Fragen mit einer Stellungnahme geantwortet.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat gute Möglichkeiten, um im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit und bundesweiten Kampagnen auf ihre Arbeit und das AGG hinzuweisen. Sie hierin zu unterstützen oder diese zu stärken, fände die SPD gut.

Dass Öffentlichkeitsarbeit beim gesellschaftlichen Umgang mit Vielfalt eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich in Hamburg z.B. an der erfolgreichen Kampagne zur interkulturellen Öffnung der Verwaltung „Wir sind Hamburg! – Bist Du dabei?“. Wir wollen diesen Weg weitergehen und die Themen Vielfalt, Teilhabe und Antidiskriminierung in der Öffentlichkeit positiv besetzen. Von der neuen Landesantidiskriminierungsstelle erhoffen wir uns hierbei wertvolle Impulse.

Wir weisen weiterhin in sämtlichen Veranstaltungen und Publikationen auf den gesellschaftlichen Hintergrund, die institutionelle Verankerung und die Verankerung in der Wissensproduktion von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hin und wirken durch verschiedene Maßnahmen (z. B. Pressemitteilungen, kleine oder große Anfragen oder Anträge sowie Veranstaltungen, Broschüren) öffentlichkeitswirksam auf die Wissensproduktion und politische Bildung dazu hin.

1: Ein Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Antidiskriminierung ist grundsätzlich denkbar. Im Zusammenspiel mit Behörden und Experten aus der Zivilgesellschaft müsste ein entsprechender Ansatz erarbeitet werden.
2: Zu einem Schwerpunkt ist zu diesem Zeitpunkt keine Angabe möglich.

Von der AfD haben wir keine Antworten auf unsere Fragen erhalten.

Bewertung

So haben wir bewertet: Die Bewertung erfolgte auf einer fünfstufigen Skala mit Hilfe eine Smileysystems. Für die Gesamtbewertung ist es besonders wichtig, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen auch tatsächlich geeignet sind, um Diskriminierung entgegenzuwirken, daher ergibt sie sich aus dem gewichteten arithmetischen Mittel der drei Kriterien. 50 Prozent der Gesamtwertung wird dabei von der Effektivität der Maßnahme bestimmt, jeweils 25 Prozent von der Sensibilität für Problemlagen und von der Konkretion.

CDU SPD GRÜNE DIE LINKE FDP AfD
Sensibilität für Problemlage
Konkretion der Maßnahme
Effektivität der Maßnahme
Bewertung insgesamt
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