Altern unterm Regenbogen

Im Rahmen der Ausbildung von Altenpfleger*innen wird nicht speziell auf die Pflege von Menschen des LGBTQI*-Spektrums eingegangen. Wenn Menschen des LGBTQI*-Spektrums in heteronormativ geprägte Altenheime einziehen, beispielsweise als Paar, kann dies zu Spannungen und homofeindlichen Reaktionen führen.

Wie werden Sie Pflegende auf die Pflege von Menschen des LGBTQI*-Spektrums vorbereiten?

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Ein gutes und den persönlichen Lebensumständen des einzelnen pflegebedürftigen Menschen angemessenes Pflegeangebot ist Ziel unserer Anstrengungen. Wir wollen alles tun, um die Pflege zukunftsfähig zu machen. Die Verbesserung der Ausbildung, eine hohe Qualität und eine ausreichende Personalausstattung mit fairer Bezahlung stehen dabei im Fokus. Kultur- und Geschlechtersensibilität sind ergänzende besondere Herausforderungen, denen wir uns stellen.
Im Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistungen werden Ziele und Anforderungen an eine zeitgemäße Leistungserbringung normiert. So wird in § 1 Abs. 1 Nr. 3 das Ziel formuliert, dass betreuungs- und pflegebedürftige Menschen „in ihrer Selbständigkeit und Selbstbestimmung, auch hinsichtlich Religion, Kultur und Weltanschauung sowie ihrer geschlechtsspezifischen Erfordernisse, zu achten und zu fördern“ sind. Dies schließt die besonderen Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen des LGBTQI*-Spektrums ausdrücklich mit ein. Entsprechende Anforderungen werden sowohl an die Leistungserbringer gestellt als auch im Rahmen der gebündelten Pflegeausbildung und Weiterbildung vermittelt.

Die Pflege steht vor großen Herausforderungen. Wir brauchen nicht nur dringend mehr Fachkräfte, wir brauchen vor allem Pflegekräfte, die die Bedürfnisse bei der Pflege von Migrantinnen und Migranten kennen und natürlich auch Pflegekräfte, die das LGBTQI*Spektrum kennen. Wir werden gemeinsam mit den Altenpflegeschulen entsprechende Rahmenrichtlinien für die Ausbildung von Pflegekräften entwickeln und die Altenpflegeeinrichtungen in Hessen entsprechend sensibilisieren.

Wir GRÜNE setzen uns für eine breite Sensibilisierung und Qualifizierung aller Berufsgruppen ein, die mit LSBT*IQ-Personen arbeiten. Deswegen wollen wir auch die Sensibilität für ihre spezifischen Bedarfe in Alter und Pflege erhöhen. Gleichzeitig sollen die Angebote auch für LSBT*IQ-Personen im Seniorenalter ausgebaut werden. Die Aufnahme des Themas in die Lehrpläne der Pflegeausbildung begrüßen wir. Die Broschüre „Anders altern“ des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ist eine gute Information für Fachkräfte und Einrichtungsträger. Zudem wurde ein Projekt eines Altenheims aus Mitteln unseres Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt gefördert, um die spezielle Pflegesituation von LSBT*IQ Personen zu bearbeiten.

Dies sollte Teil des Curriculums werden. Genauso wie andere Themen der Vielfalt, Gender, Kultur, Religion, etc. gehört dies in die Ausbildung. Heterosexuelle haben oft wenig Ahnung von Bedürfnissen und Gewohnheiten von Menschen des LGBTQI* Spektrums. Informationen helfen Vorurteile abzubauen und Sicherheit im Umgang aufzubauen. Allerdings ist es ebenfalls notwendig an der Haltung des Pflegepersonals zu arbeiten. Wenn diese sich – auch aus persönlichen Gründen – unsicher fühlen, kann es oft zu Ablehnung führen. Deshalb ist eine selbstreflexive Erarbeitung des Themas erforderlich. Dies gilt aber nicht nur für Altenpflegekräfte, sondern für alle Beteiligten im Altenhilfe- und Gesundheitswesen.

Auch im Bereich der Altenpflege ist die Auseinandersetzung mit der Unterschiedlichkeit der Menschen natürlich notwendig, so wie dies überall in unserer Gesellschaft stattfinden muss. Inwiefern es pflegebedürftige Personen aus dem LGBTQI-Spektrum gibt, die sich nicht korrekt betreut fühlen und dies darauf zurückführen ist, dass hier ein diskriminierendes Verhalten der Pflegekräfte vorliegt, ist uns nicht bekannt. Sollte dies der Fall sein, so bitten wir um entsprechende Hinweise. Die Ausbildung von Pflegehilfs- und Pflegefachkräften beinhaltet selbstverständlich auch die Anleitung zu einem sensiblen und wertschätzenden Umgang mit jedem Pflegebedürftigen.

Die AfD hat unseren Fragenkatalog ebenfalls erhalten, sich aber gegen eine Teilnahme am Wahlkompass Antidiskriminierung entschieden. Die Begründung können Sie hier nachlesen.

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