Sensibilisierung der Bevölkerung für Gewichtsdiskriminierung

Gewichtsdiskriminierung und stigmatisierende Vorurteile gegenüber dicken Menschen sind in unserer Gesellschaft stark verbreitet. Laut einer Studie der Philipps-Universität Marburg in Kooperation mit der Universität Leipzig haben 75 Prozent der deutschen Bevölkerung selbst Vorurteile dieser Art oder würden diesen zumindest nicht widersprechen. Gleichzeitig gibt es nur ein geringes gesellschaftliches Bewusstsein für Gewichtsdiskriminierung.

  1. Werden Sie einen Aktionsplan zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Gewichtsdiskriminierung auf Landesebene auf den Weg bringen?
  2. Was werden die Eckpunkte dieses Aktionsplans sein?

Die CDU hat auf unsere Fragen mit einer Stellungnahme geantwortet.

Das SPD-Regierungsprogramm enthält dazu keine Aussage.

Es ist wichtig, dass in der Gesellschaft, aber natürlich auch im Bereich der staatlichen Institutionen, ein Bewusstsein dafür entsteht, dass Diskriminierung nicht ausschließlich bei den vom AGG definierten Merkmalen auftritt. Durch die Einrichtung einer Landesantidiskriminierungsstelle erhoffen wir uns neue Impulse für die Hamburger Antidiskriminierungspolitik – auch zu Diskriminierungsmerkmalen, die derzeit nicht vom AGG erfasst werden, wie etwa der Gewichtsdiskriminierung.

Stigmatisierenden Vorurteilen kann man am ehesten mit Informationen und Sensibilisierung begegnen. Wichtig ist zu vermitteln, dass Dicksein nicht mit eingeschränkter Arbeits- oder Leistungsfähigkeit zusammenhängt. Über Gründe, Ursachen, Erkrankungen, Leistungen, Lebensfreude sollte umfassend informiert und diskutiert werden. Dies ist bereits in den Schulen erforderlich. Dabei sollte es nicht nur darum gehen, Adipositas zu bekämpfen, sondern ein gutes Selbstgefühl zu seinem Körper zu entwickeln. Wir setzen uns dafür ein, im Gesellschaftlichen Bewusstsein den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, unabhängig von äußeren Merkmalen und der äußeren Erscheinung.

1 und 2: Die Leitlinie jeder Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Diskriminierung muss sein. Diskriminierung jeder Art ist aus unserer Sicht vollkommen unzulässig. Gewichtsdiskriminierung kann daher Teil von Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Antidiskriminierung und Sensibilisierung sein. Ein eigener Aktionsplan ist aber nicht vorgesehen.

Von der AfD haben wir keine Antworten auf unsere Fragen erhalten.

Bewertung

So haben wir bewertet: Die Bewertung erfolgte auf einer fünfstufigen Skala mit Hilfe eine Smileysystems. Für die Gesamtbewertung ist es besonders wichtig, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen auch tatsächlich geeignet sind, um Diskriminierung entgegenzuwirken, daher ergibt sie sich aus dem gewichteten arithmetischen Mittel der drei Kriterien. 50 Prozent der Gesamtwertung wird dabei von der Effektivität der Maßnahme bestimmt, jeweils 25 Prozent von der Sensibilität für Problemlagen und von der Konkretion.

CDU SPD GRÜNE DIE LINKE FDP AfD
Sensibilität für Problemlage
Konkretion der Maßnahme
Effektivität der Maßnahme
Bewertung insgesamt
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