Bundestag 2021

Sensibilisierung der Bevölkerung für Gewichtsdiskriminierung

Obwohl Gewichtsdiskriminierung häufig vorkommt und zur sozialen Abwärtsspirale beiträgt, in der sich dicke Menschen oft wiederfinden, gibt es hierfür nur ein geringes gesellschaftliches Bewusstsein.

  1. Werden Sie sich für eine Sensibilisierung der Bevölkerung für Gewichtsdiskriminierung einsetzen?

CDU und CSU setzten sich für einen inklusiven Arbeitsmarkt ein und wollen Benachteiligungen von Menschen abbauen. Eine Erweiterung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz um das Merkmal Gewichtsdiskriminierung streben wir nicht an. Im gesellschaftlichen Bewusstsein setzen wir auf Sensibilisierung statt Stigmatisierung.

Wir setzen uns für eine inklusive Gesellschaft und einen offenen und respektvollen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen ein. In Bezug auf das Gewicht ist unser Ziel ein selbstbewusster Umgang mit dem eigenen Körper und die physische und seelische Fitness aller Menschen. Deswegen unterstützen wir Kampagnen, die öffentlich zur Reflexion auffordern, welchen Schaden die Stigmatisierung und Diskriminierung verursachen, und mit Vorbildern und Influencern positive Bilder von Menschen mit unterschiedlich ausgeprägtem Gewicht in der Gesellschaft verankern und für mehr Bewusstseinsbildung für einen diskriminierungsfreien Umgang mit dem Gewicht sorgen. Diese Kampagnen müssen im Rahmen der Psychohygiene auch in den Schulen und Betrieben stattfinden.

Es braucht mehr Verständnis darüber, dass ein hohes Gewicht nicht die Folge eines individuellen Fehlverhaltens ist, das durch eine Willensanstrengung rückgängig gemacht werden. In der Wissenschaft besteht längst Konsens darüber, dass Dicksein auch in strukturellen Ursachen begründet liegt. Hier muss gezielt in verhältnispräventive Maßnahmen sowie die Aufklärung der Gesellschaft investiert werden. Die Sensibilisierung für Gewichtsdiskriminierung muss verstärkt werden. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von der Schule über das Gesundheitswesen zahlreiche Bereiche betrifft.

Eine diskriminierende Haltung gegenüber Menschen mit einem hohen Körpergewicht resultiert aus einer Wahrnehmung, die ein hohes Körpergewicht den Betroffenen als selbst verschuldeten Makel zurechnet, auf den keine Rücksicht genommen werden sollte. Befördert wird dies durch entsprechende Fernsehformate. Dem sollte durch die Erweiterung der Arbeit der Antidiskriminierungsstellen von Bund und Ländern um das Thema Gewichtsdiskriminierung entgegengewirkt werden. Auch in der Politik selbst muss eine Sensibilisierung für das Problem der Gewichtsdiskriminierung geschaffen werden.

Wir Freie Demokraten stellen uns jeder Form von Diskriminierung aktiv entgegen und werden uns auch weiterhin für die Sensibilisierung der Bevölkerung in dieser Hinsicht einsetzen.

Bisher hat uns noch keine Antwort der Partei erreicht.